Heute war der nächste Versuch (3.?) Internet zu besorgen….
Diesmal war ich ganz alleine los und der Laden, wo ich mir Internet holen sollte hatte Stromausfall. Na ja, wirkten gestern schon nicht sonderlich kompetent. Und das Modem mit ausklappbarer Antenne auch nicht so richtig vertrauenserweckend… Mir wurde gesagt, dass ich in ‘ner Stunde noch mal wieder kommen sollte, die ich dafür nutzte, noch mal bei ein paar anderen Läden nach Internet zu fragen. Und es gibt offensichtlich ziemlich viele Möglichkeiten, aber für alles muss ich ein extra Modem kaufen. Na ja, muss man in D ja im Endeffekt auch. Und eins was man überall benutzen kann, also am Laptop dran ist, ist vielleicht gar nicht so schlecht (obwohl ich mir sicher bin, dass es auch ne Möglichkeit mit dem Handy gibt, aber naja.). Auf jeden Fall hab ich einen Laden gefunden, wo sie mir ein kleines weißes Modem für die Hälfte des Preises von dem großen schwarzen mit Antenne verkaufen. Vertrag klingt auch gut, Flatrate für knapp 20 euro mit 3gb Beschränkung. Bei den anderen hätte ich dafür 4gb bekommen, aber wirkte alles sehr inkompetent und wer weiß wie oft die Stromausfall (und außerdem gleich Mittagspause) haben und das dann auch zum Ausfall des Internets führt…
Na ja, jetzt brauche ich nur noch wen mit ukrainischem Pass, der mit mir dahin geht und das unterschreibt. Mal schauen. Miro, der das eigentlich machen wollte (sollte – schon lustig, wenn man weiß, dass es Menschen gibt, die bezahlt werden dafür, dass sie für mich da sind), aber der ist in der Slowakei (obwohl ich seinen Pass habe, um Internet zu holen? Na ja.)
Aber genau wie hier, herrscht überall sympathisches Chaos. Ich sitze grade auf der Terrasse des Restaurants, das zum Hotel gehört, wollte eigentlich nur so Kartoffelspalten mit Käse essen, hab aber jetzt erstmal ein großes Bier und ne Suppe voller Speck und Bohnen bekommen. Lecker schon, aber auf diesem Glibschkram im Mund rumkauen kann ich immer noch nicht.
(abgesehen davon, dass es total heiß ist und ich gar nicht sooo viel Hunger hatte, aber mir soll glaube ich die Zigeunerküche näher gebracht werden – die bei reichen Zigeunern leider aus sehr viel Fleisch besteht). Auf jeden fall werden neben mir grade Rohre verlegt, Löcher geschlagen, angepasst, hin und her gerufen (auf vielen unterschiedlichen Sprachen gleichzeitig oder wahrscheinlich eher abwechselnd – gestern wurden Bewegungsmelder angebracht) wirkt alles ein wenig semi-professionell, aber scheint fürs erste zu klappen. Stabiles bauen haben sie noch nicht so richtig drauf, will ja nicht besserwisserisch klingen, kann das ja auch nicht besser, aber die Wände im Hotel, obwohl total neu, sind von ziemlich vielen Rissen durchzogen und das kommt bestimmt nicht von den ständigen Erdbeben hier…. Meine Tür auf und zuzuschließen ist jedes mal mit der großen Angst verbunden den Schlüssel abzubrechen, weil alles so verzogen ist. Darum bin ich auch ganz froh, morgen in mein neues Zimmer ziehen zu können. Bin gespannt, was da auf mich zukommt, sah auf den ersten Blick auch alles sehr neu und chick aus…
Ansonsten alles gut, gestern hat’s geregnet, weswegen es heute nicht mehr ganz so schwül ist wie die letzten Tage. Ist aber wohl im September normal hier so: “Ist halt warm hier in Transkarpatien. Immer. Bis Oktober!” Also, wer noch ein bisschen Sommer nachholen oder ausdehnen möchte….
Sonst kann ich alles weitere so richtig erst machen, wenn ich Internet habe, das heißt, ich will das dann erst machen, in der Hoffnung, dass sie mir schneller helfen, dass alles zu organisieren, wenn ich sage, dass sonst nichts klappt.
Der Tag beginnt hier normalerweise um 10h, wo ich kurz mit Aladar ins Büro fahree emails für ihn abrufe oder schreibe evtl. mit Vera der Buchhalterin kurz gegenseitiges Gemecker und Informationen ausgetauscht werden und dann gehts wieder nach Hause, oder noch mal kurz woanders hin…
Meine Kartoffeln sind immer noch nicht hier, dafür mein Akku wahrscheinlich gleich alle und ich werde mal Computer gegen Buch tauschen gehen. Hab ganz vergessen sowas wie nen Roman oder so mitzunehmen. In solchen Bücherkategorien schein ich vor meiner Abfahrt gar nicht mehr gedacht zu haben, also werden auch in der Freizeit bildende Bücher gelesen…
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So, mal wieder was neues. Ich habe meinen ersten Projektantrag fast fertig. Aber wir waren heute noch mal im Büro, um noch fehlende Dokumente und Unterlagen zu holen, bzw. Kopien und Referenzen in Auftrag zu geben (wir sind übrigens Verena und der Zigeuner König von Transkarpatien, was in Szernye gestern noch mal mit erstaunen festgestellt wurde). Jetzt habe ich für heute frei und hoffe das Miro nachher kommt und wir das mit dem Internet hinbekommen.
Aber das ist nicht so richtig neu.
Ich hatte grade Besuch von der Tochter unserer Buchhalterin (s.u.). Die mich bestimmt ne 3/4 Stunde auf ukrainisch zugelabert hat (klingt etwas unfreundlich, mir auf ukrainisch probiert hat Sachen zu erzählen – ich konnte mich in der Unterhaltung verbal noch nicht so richtig einbringen). Z.b. dass ihr Freund “emo” ist (hier als performative Kategorie zu betrachten, die mit einem gewissen äußerlichen Erscheinung in Kombination mit Musik hier: Slipknot und Rammstein einher geht). “Emo” wird hier “amo” ausgesprochen und es hat eine Weile gedauert bis ich verstanden hatte was sie meint. Sie hört eher Punk (=Avril Lavigne). Die meisten in ihrer Generation hören eher Hip Hop und tragen Caps und Hosen deren Ärsche in den Knien hängen… kennt ihr ja. Ich hatte heute was rosa-schwarz gestreiftes und Chucks an, weswegen sie dann auf einmal bei mir im Zimmer stand und nach meiner Musik gefragt hat. Jetzt habe ich gelernt was boyfriend auf ukrainisch heisst (oh, das andere Wort heute war usb stick: flash-ka) und noch ein paar andere Sachen meines vor langer Zeit gelernten Ukrainsch etwas weiter nach vorne geholt und habe von den ganzen flashmop Aktionen gehört, die sie hier in der Stadt gemacht haben. Und wie sie den älteren Menschen erklären mussten, dass sie dafür kein Geld haben wollen, sonder stören und irritieren wollen.
Tja, wer hätte das gedacht. Scheint noch einiges zu entdecken zu geben. Außerdem ist sie 17 und will unbedingt ne Band gründen.
Vielleicht nimmt sie mich ja mal mit in die “amo” disco… Telefonnummern haben wir schon mal ausgetauscht….
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noch mal ein kleines weiterführendes update.
Internet im Büro ist wahnsinnig langsam und im Internetcafe wahnsinnig laut und ungemütlich. Mal sehen.
Wenn die Sachen die ich für das Büro machen soll eigentlich alle was mit Internet zu tun haben sollen, dann geht das auf dauer nicht wirklich so.
Genauso mit dem wohnen hier im Hotel. Heute wurde ihnen bewusst, dass wenn ich € 200,- im monat zahle, das viel weniger ist, als sie pro nacht bekommen würden… ist mir ganz recht. wäre auch auf dauer zu komisch hier fürchte ich.
vielleicht treffe ich mich in den nächsten tagen mit ein paar germanistik student_innen mal schauen was die sagen. zum anfang hier ein bisschen luxus zu haben finde ich auf jeden fall nicht schlecht.
mein erster arbeitstag gestern dauerte ungefähr ne 3/4 stunde gestern, mit einer kurzen Einführung in was ich machen soll: förderprogramme suchen die irgendwas mit menschenrechten zu tun haben und dann anträge schreiben.
heute wurde ich dann noch mal ins büro gebracht und es wurde geprüft, ob ich den computer alleine anstellen kann… dann wieder zurück und ich alleine mit dem fahrrad noch mal ins büro. hab mich nur zwei mal verfahren, was auf jeden fall viel besser ist als gestern abend, als ich das büro und das gegenüberliegende restaurant gesucht habe. dafür wissen wir jetzt auch, dass uzhorod ziemlich klein ist und man immer wieder irgendwo raus kommt, wo man schon mal war. inzwischen bin ich schon so weit, dass ich nette wege finde, die fahrradfreundlicher sind…
war auch grade im supermarkt hier direkt gegenüber, der von 8-22h auf hat, mit riesiger bierauswahl – infrastruktur scheint hier fast besser als in leipzig ![]()
wetter ist immer noch großartig, abends ein bisschen frisch (dann braucht man einen pulli), aber sonst absolut sonnig und warm.
….
So, jetzt noch mal ein kurzes update. 16h und ich komme ziemlich durchgeschwitzt vom einkaufen zurück. Ganz schön heiss hier. Vorher war ich beim Bahnhof um zu kucken, wann mein Zug morgen früh nach Szernye geht, wo ich voraussichtlich bis Montag bleiben werde um noch mal Interviews für meine Magisterarbeit zu machen (auch in der Schule). Die Arbeit daran läuft ganz gut, hab fast all mein Material gesichtet und dekürzt, noch zu klärende Fragen rausgeschrieben, den Rest wollte ich heute Abend machen und wenn morgen und übermorgen gut und die nächste Woche so wie diese läuft, dann könnte die Arbeit in ihren groben Zügen nächste Woche fertig sein. Klingt ein bisschen zu ambitioniert? Mal schauen… Wenn’s diesen Monat fertig würde wäre das schon ok….
Aber schreiben hier mit direkter Verbindung – da machte die räumliche Nähe offensichtlich doch ne ganze Menge aus – geht einfach viel besser. Und natürlich auch ganz cool zu wissen, dass ich für weitere Fragen nur mal kurz 1 1/2 Stunden rüber fahren muss (Zug scheint auch schneller geworden zu sein – mit der Realität werde ich das morgen vergleichen…)
Ansonsten bin ich ziemlich froh, dass ich schon ungarisch kann, ich weiss gar nicht was die sonst mit mir machen würden? Außer mir eine der zur Verfügung stehenden Sprachen bei zu bringen…
Na ja, da das mit der Verständigung aber ziemlich gut klappt, hab ich als erste Aufgabe bekommen ne Stiftung zu finden, die ein Projekt für Rechtsberatung für Zigeuner aus der Region finanziert. Leider sind alle Sachen, die sie vorher gemacht haben bis jetzt noch wahnsinnig ungeordnet über verschiedene Computer verteilt mit nicht zuortenbaren Namen versehen und na ja, von sehr unterschiedlicher Verwertbarkeit…
Ich bin jetzt grade dabei mir das alles anzukucken, nutzbare Informationen auf einer Internetseite zusammen zu stellen, die Seite werde ich dann wohl Montag oder Dienstag online stellen, wenn ich hoffentlich Internet habe und dann, wenn ich einen gewissen Überblick habe, die Anträge auszufüllen.
Ich glaub Aladar hätte es zwar lieber andersrum, erst Anträge, dann Internetseite, aber ich mach das lieber der Reihe nach, auf die eine Woche kommt es finde ich nicht an, außerdem können die froh sein, dass ich mich überhaupt schon mit solchen Dingen auseinandersetzen kann….
(Sind sie auch denk ich.)
Fürs Hotel soll ich übrigens auch ne Internet Seite machen, muss nur noch mal klar stellen, dass das Geld was ich kriege, für die Arbeit bei der NGO ist und nicht um die davon unabhängigen Besitztürmer der Mitarbeiter zu bewerben…ich muss ja auch dafür bezahlen hier i Hotel zu sein…
Aber Montag ziehe ich wahrscheinlich um. War ganz lustig, nachdem es hieß, ich könnte für € 200,- hier im Hotel wohnen bleiben, haben sie jeden Tag um € 50,- erhöht, weil sie festgestellt haben, dass es sich für sie sonst gar nicht rechnet (obwohl hier sonst niemand wohnt….). Nachdem ich gesagt habe, dass ich nicht mehr zahlen kann haben wir uns darauf geeinigt ein Zimmer/Wohnung zu suchen. Und nachdem Miro dann kam und gesagt hat, dass 150 auch reichen, war auch das schnell gefunden. Für mich werden jetzt drei Parkistanis vor die Tür gesagt, die bis jetzt bei irgendeinem Verwandten (testvèr=Geschwister, hier aber eher ein weit gefasster Begriff) gewohnt haben. Da gibt es warmes Wasser und einen Schlüssel fürs Zimmer und wahrscheinlich auch ein Klo drinnen. Vielleicht sogar ne Küche die ich mitbenutzen kann. Aber das wird sich dann wohl Montag zeigen.
Lustig fand ich grade auch, dass ich gefragt habe ob ich hier irgendwo Wäsche waschen könnte und sie mir erzählt haben, dass es hier keine Waschmaschine gibt. Sehr merkwürdig ein Hotel und Restaurant ohne Waschmaschine, dafür Flachbildschirme und Whirlpooldusche (die ich immer noch nicht vernünftig genutzt habe – vielleicht kann ich ja auch ‘nen deal mit ihm machen: er bekommt eine Internetseite und ich darf im Winter ab und zu zum Baden vorbei kommen…) aber dafür gleich noch ein neues ungarisches Wort gelernt wásolni (sprich: wascholni). Das eigentliche Wort wäre mosolni (sprich moscholni), also vom Klang nicht so weit weg, aber da weder im russischen, noch im ukrainischen eine Ähnlichkeit dazu besteht, frage ich mich schon ein bisschen wie das deutsche “waschen” nach Uzhgorod gekommen ist…
Außerdem interessant finde ich die ganzen Stereotype die mir bis jetzt präsentiert wurden, von einem Zigeuner wohlgemerkt. “Unsere Buchhalterin (auf russisch: buchhalter) ist jüdisch. Juden sind sehr gute Buchhalter. Schon immer. Die haben das im Kopf. die Russen können das nicht so gut.” Auf die Russen sind sie hier sowie so nicht gut zu sprechen. Das sind alles Diebe und Kommunisten und viel zu streng und starr und zu böse. Bis ich anfange mit ihnen über die Dekonstruktion von Stereotypen zu reden wirds aber wohl noch ein wenig dauern…
Schon mal ein kurzes Hallo von mir aus der Ukraine, die wirklich nicht weit weg ist. (Leipzig-Uzhorod=1000km im Vergleich zu Uzhorod-Kiev=829km) Wir sind am Sonntag morgen um 6:00h in Leipzig losgefahren und waren um 19:00h hier an der Grenze!
Also alles nicht so wild. Und das im wahrsten Sinne. Grenzüberquerung lief mit gewohnter Gelassenheit und Zollbeamten die mit bösen Blicken probieren zu überspielen, dass sie eigentlich sehr nett sind und die sich mehr Sorgen darüber gemacht haben, dass wir Gras schmuggeln könnten, als dass wir keine notariell beglaubigte Ausfuhrerlaubnis für das Auto hatten.
Auf der anderen Seite der Grenze, die demnach jetzt diese ist, hab ich Miro angerufen, mit dem ich zukünftig zusammenarbeiten werde und der der Schwiegersohn von Adam Aladar ist, der wiederum der Leiter der Roma NGO “Romani Yag” ist, in der ich auch mitarbeiten werde.
Aber das beginnt alles erst morgen.
Miro hat gesagt, dass er im Hotel Romani Yag (was auch Adam Aladar gehört) ist, und wir uns am besten durchfragen und dort hinkommen sollten. Das führte zu wirren Irrfahrten durch Uzhorod und der Erkenntnis, dass ziemlich viele Jugendliche Englisch sprechen und hilfsbereit sind, aber offensichtlich nicht immer wissen wovon sie reden….
Miro hat uns dann vom Bahnhof abgeholt und in unser neues Zuhause gebracht. Das Hotel lässt sich mit Worten nur schwer beschreiben, Fotos müsst ihr euch ansehen, aber ich konnte mir ein staunendes Grinsen gestern den ganzen Abend nicht verkneifen. Alles ist furchtbar neu, pink, orange, goldig und mein Zimmer ist mit dickem Fernseher und Kühlschrank sowie allem anderen was man so braucht (zweites Bett, Auszieh-Doppelcouch für Besuch) ausgestattet. Aber das krasseste ist das Badezimmer mit einer Mega-Bade-Dusche mit Massage Funktionen, die Wasser aus allen erdenklichen Richtungen spritzen lässt, in der es ein Radio gibt und wenn es hier draußen nicht mehr so heiß ist, werde ich bestimmt auch mal die Badefunktionen ausprobieren.
Also diesmal kein Plumsklo.
Nach einer kurzen Ankommpause kamen schnell “Veronika” Rufe aus dem Flur (ich fürchte das wird noch ein wenig dauern bis ich sofort realisiere, dass ich damit gemeint bin) und wir wurden zum Essen im zum Hotel gehörenden Restaurant geholt. Griechischer Salat ist hier immer noch genauso toll wie sonst und Schopskij Salat in Mazedonien und wird bestimmt noch öfter auf der Speisekarte stehen. Richtig entspannt war das Essen aber leider nicht, dafür laut und ziemlich interessant. Optisch ist es fast noch opulenter als das Hotel – mit riesigen Bildern an der Wand, die romantisierende Zigeunerstereotype wiedergeben und wahrscheinlich für die gut zahlenden Ukrainer, die dort auch gestern feierten, ein exotisches Flair verbreiten sollen. Außerdem gab es live Musik mit Keyboard und Computer Begleitung in einer Lautstärke, dass man sich auch wenn man nebeneinander saß nur in den Pausen zwischen den Liedern kurze Schlagworte zurufen konnte, so dass wir uns bald nach dem Essen und einiger kurzer organisatorischer Absprachen wieder in unsere Zimmer zurückzogen. Jana und Mark haben übrigens sowas wie ne Hochzeits Suite mit Herzchenkissen und Schminktisch… (das ganze für ca Ђ 12,- pro Person – falls Interesse besteht)
Wie lange ich hier wohnen bleiben werde ist nicht sicher, den ersten Monat aber auf jeden Fall.
Heute morgen erschienen wir dann etwas verunsichert (wie war das noch mal mit der Zeitumstellung? Im Sommer? Im Winter? Immer?) kurz nach der verabredeten Zeit im Foyer, wo auch gleich unser Gastgeber sehr verwuschelt und mit einer großen Flasche Wasser (die Party im Restaurant schien noch etwas länger gegangen sein, oder sie haben intern weiter gemacht…) auf uns zu kam und meinte, dass es eher noch 20 min mit dem Frühstück dauern würde. Morgen also gleich für 1 1/2 Stunden später zum Frühstücken verabredet (das kommt davon wenn beide Seiten irgendwie seriös wirken wollen, hätten mal gestern beide ehrlicher sein sollen, dass wir später besser finden… na ja), dafür sehr lecker mit Pfannkuchen mit Marmelade und Sahne und Brot mit wenig Käse und viel Fleisch, Tee und Kaffee.
Dann weiter nach Szernye, wo heute wie in der ganzen Ukraine erster Schultag war, was uns mit vielen großen Schleifen in Haaren von kleinen Mädchen konfrontierte und dazu führte, dass die Kinder auch alle schon ziemlich zeitig wieder zu Hause waren, weil nur damit verbundene Feierlichkeiten, aber kein Unterricht stattfand. Neue Kinder sind in meiner Familie seit meinem letzten Besuch nicht dazu gekommen, gewachsen sind sie alle wahnsinnig und schön war’s wie immer. Nach ein paar Stunden, Kaffee, Bier, Schokolade, mehr Kaffee und Kohlruladen und dem Austauschen von den letzten Neuigkeiten haben wir uns wieder auf den Rückweg nach Uzhorod gemacht, um auch hier die Stadt noch ein wenig zu erkunden. Das Hotel liegt etwas außerhalb, aber mit dem Fahrrad, dürfte ich nicht viel länger als 10min ins Zentrum brauchen. Uzhorod ist glaube ich ziemlich ok, es gibt nette bewachsene Gassen mit vielen kleinen Läden und süßen alten Häusern, ein wenig am Hügel gelegen, auf dem sich auch die Burg befindet, die wir uns von außen angekuckt haben, genauso wie das daneben liegende Freilichtmuseum, in dem alte Holzhäuser und Kirchen aus den Karpaten aufgebaut sind. Auch dort wieder alle Leute sehr freundlich und interessiert daran, was wir denn hier machen.
Danach dann noch kurz einkaufen (Wasserkocher, Becher und Schüssel damit ich mir zukünftig auch alleine was zu essen/trinken machen kann) und in den Supermarkt, der über ein beeindruckendes Sortiment an allem verfügt, was man sich vorstellen kann (in dem man aber leider nicht fotografieren darf) und der auch sehr humane Öffnungszeiten von 8-23h hat.
Wieder hier angekommen wurde mir meine neue Telefonnummer mit der Nummer +380950625463 vorbeigebracht und bis eben haben wir Happy Go Lucky gekuckt und in meinem Zimmer leckeres Abendbrot mit Karpaten Käse, Tomaten und Oliven gegessen.
Bis jetzt alles sehr, sehr angenehm, morgen Mittag fahre ich wahrscheinlich mit Adam Aladar ins Büro um Evgenia, die dort auch arbeitet zu Treffen und ein Projekt zu planen. Was immer das heißen mag.
Bin darauf gespannt, am Wochenende bestimmt wieder in Szernye und ansonsten sehr entspannt.
Kuss an alle, freue mich immer von euch zu hören!
Verena



