Nachrichten aus der Ukraine


In der neuen Wohnung mit Arbeit
September 17, 2008, 8:39 pm
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So, schon wieder etwas her, dass ich geschrieben habe und vielleicht war das vorangegangene auch ein bisschen konfus. Aber ich probiere noch mal ein wenig zu sortieren.
Letzte Woche Mittwoch bin ich in mein neues Zimmer in einem Einzelhaus bei einer Zigeunerfamilie gezogen. Das Haus ist im gleichen Viertel wie das Hotel, das heisst Radvanka und hier wohnen hauptsächlich Zigeuner. Die Frau, die hier wohnt ist wohl die Schwester von Aladar, hat den gleichen Nachnahmen und der eine Bruder und Frau von Aladar sind auch viel hier zu Besuch. Warum sie allerdings obwohl sie verheiratet ist trotzdem noch den gleichen Nachnahmen hat, verstehe ich noch nicht so ganz, aber das wird sich schon noch klären. Oder auch nicht.
Dann gibts da noch ihre Tochter, oder zumindest die Tochter von ihrem Mann, oder die Frau dem Sohn ihres Mannes? Die auch bei Aladar im Restaurant arbeitet, genauso wie das Mädchen (21), dass hier im Haus mit Mann und Kind (5) wohnt, die dann glaube ich wiederum die Schwiegertochter der Tochter ist? Puh.
Sind auf jeden Fall alle sehr nett, mit meiner Gastgeberin (Estera) spreche ich ungarisch, mit dem Mädchen (Vika – die übrigens wiederum einen anderen Nachnahmen hat) Russisch, mit ihrem Mann ungarisch und der Mann von Estera probiert mit mir auf russisch zu reden, aber da verstehe ich nichts, antworte auf ungarisch was er wiederum versteht aber nicht spricht.
Hoffe jetzt ist alles klar. Aber genauso verwirrend wie die Familienverhältnisse ist auch der Sprachgebrauch der Zigeuner. Ich habe bis jetzt selten einen Satz gehört, der durchgehend in einer Sprache gesprochen wurde. Dabei sind die Verben meist auf romanes und die Hauptwörter in ungarisch oder ukrainisch/russisch. Das Prinzip der Verwendung ist noch ziemlich undurchsichtig. Am besten gefiel mir neulich eine Unterhaltung in der es um das Hotel ging in dem ich bis letzte Woche gewohnt habe. Die Wörter “Gast” wurden dabei in ungarisch und “bei uns im Restaurant” wiederholt auf ukranisch gesagt, während die Unterhaltung sonst auf Romanes verlief. Im gleichen Zuge werden wie es scheint alle Endungen weg gelassen und es reicht, wenn man Wörter aneinander reiht, was für mich im Moment die Sache einfacher macht, aber langfristig wahrscheinlich eher kontraproduktiv ist.
Und um das ganze hier mal ein wenig aufzulockern, ein Bild von meinen Gasgebern:

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Am gleichen Tag an dem ich auch umgezogen bin habe ich dann auch endlich ein kleines UMTS Modem mit Karte und Flatrate bekommen und kann jetzt in der ganzen Ukraine mobil ins Internet…
Und somit auch arbeiten, was ich diese Woche auch ganz fleißig gemacht habe.
Wenn alles gut geht können wir den ersten Projektantrag morgen abschicken und gleich mit dem nächsten Anfangen.
www.romaniyag.wordpress.com ist gestern online gegangen, falls jemand nähere Informationen zu dem haben möchte, was Romani Yag bis jetzt gemacht hat.

Seit meinem Umzug ist nichts spektakuläres passiert, viel geschrieben und gelesen.
Am Freitag soll ich “28 american presbytarian women” (oder zumindest einen Teil) treffen, evtl. für sie Übersetzen und denen noch mal einen “anderen Eindruck vermitteln” als das was die Ungarisch Reformierte Kirche von Transkarpathien erzählt. Bin gespannt. Kenne die Leute die jetzt hier arbeiten ja auch alle noch nicht. Der alte Bischof, mit dem ich früher ab und an zu tun hatte ist in Rente gegangen und der neue is glaube ich noch sehr jung. Mal sehen.
Bald mehr!